Fütterstörungen bedeuten ein Ablehnen oder Verweigern von (bestimmter) Nahrung obwohl die Fähigkeit zu essen/schlucken besteht. Dies reicht von Ablehnen von konkreten Lebensmitteln oder Konsistenzen (zB Brei mit Stückchen, keine harte Nahrung, etc.) bis hin zur kompletten Nahrungsverweigerung.

Bei Kindern können die Ursachen für eine Fütterstörung mehrere Gründe haben. Ganz grundsätzlich behandle ich:

  • Sensorische Nahrungsverweigerung – dies tritt beispielsweise auf, wenn ein Baby lange intubiert war oder viele negative Berührungen im Gesicht erfahren hat, wie es bei Frühgeburten oder Operationen passiert. Diese Kinder lassen oftmals Berührungen von Gesicht, Mund und/oder Händen nicht zu oder erbrechen dabei.
  • Posttraumatische Fütterstörung – dies tritt beispielsweise auf, wenn ein Baby/Kind zum Essen oder Trinken gezwungen wurde. Oft passiert das, wenn Kinder zu wenig essen und viel abnehmen oder (überlebens-)wichtige Medikamente nehmen müssen.
  • Fütterstörungen im Zusammenhang mit medizinischen Erkrankungen – Stoffwechselerkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Erkrankungen von Herz oder Atemwegen o.a. können zur Verweigerung von Nahrung führen, weil das Essen für diese Kinder problematisch oder schmerzhaft sein kann.

Komplikationen einer Fütterstörung im Kindesalter

Ein langfristiges Ablehnen von Nahrung oder Flüssigkeit kann zur Mangelernährung und/oder Gedeihstörung führen. Das bedeutet, dass das Kind sich nicht altersentsprechend entwickeln bzw. wachsen kann.

Folgen einer Fütterstörung

Baby mit nasogastraler Magensonde

Fütterstörungen hören meistens nicht „von selbst“ wieder auf. Manche Kinder brauchen eine Magensonde, damit keine Gefahr einer Mangelernährung oder Gedeihstörung besteht.

Die dauerhafte Ernährung über eine Nasen- oder Magensonde kann zu einer psychischen oder körperlichen Abhängigkeit von der Sonde führen. Je früher die Fütterstörung behandelt wird, desto höher sind die Chancen eine gute Beziehung zur Nahrung wiederherzustellen. Erst wenn die ausreichende Ernährung sichergestellt ist kann die Magensonde entfernt werden.

Wie behandelt man eine Fütterstörung bei Babys und Kindern?
Da jedes Kind spezielle Bedürfnisse hat, kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Auch das Alter des Kindes und die Ursache für die Fütterstörung beeinflussen die Herangehensweise maßgeblich. Es gibt jedoch gewisse Eckpfeiler die, je nach Problematik, Teil der Therapie sein können: 

  • Anpassung der Nahrung
  • Optimierung der Essens-Situation
  • Schulung der Eltern/Erziehungsberechtigten
  • Abbau von Fütter-Traumata
  • Abbau von Sondennahrung und Aufbau von Flaschennahrung/Breikost
  • Förderung der Selbstständigkeit des Kindes beim Essen
  • Förderung der Selbstregulierung
  • Verbesserung der Atmung oder Atem-Schluck-Koordination
  • Verbesserung der Muskelkraft im Mund oder im Gesicht
  • Reduktion von Überempfindlichkeit oder Unterempfindlichkeit des Gesichtes und des Körpers 
  • u.v.m

Beratung bei Fütterstörungen

Logopädinnen arbeiten immer in enger Zusammenarbeit mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten des Kindes um die Therapiefortschritte zu optimieren. Zusätzlich haben Eltern natürlich viele Fragen und Sorgen, die man bestmöglich beantwortet oder durch konkrete Information lindert. Es ist mir wichtig, Eltern zu Experten der Problematik ihres Kindes zu machen um, einerseits, den Therapiefortschritt zu maximieren und, andererseits, um die Eltern aktiv in die Entwicklung ihres Kinde mit einzubinden. Als Eltern sind Sie ein wichtiger Teil der Therapie und können die Fütterproblematik Ihres Kindes maßgeblich verbessern.

Geht die Fütterstörung ganz weg?

Das hängt stark von der Ursache und Ausprägung der Fütterstörung ab. Gerne bespreche ich diese Frage persönlich, wenn ich die Details der Problematik kenne, doch konkrete Prognosen lehne ich, aus professionellen Gründen, ab. Gerne berate ich telefonisch oder persönlich.

Manche Kinder erholen sich vollständig und andere Kinder brauchen ihr Leben lang Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme. Eine Garantie, dass Probleme mit der Nahrungsaufnahme aufhören, gibt es leider, wie mit jedem gesundheitlichen Problem, nicht. Hier ist es aber wichtig zu betonen, dass es, durch logopädische Therapie, fast immer zu einer Verbesserung kommt.