Bei Kindern können die Ursachen für eine Schluckstörung mehrere Gründe haben. Ganz grundsätzlich unterscheidet man:

  • Neurologischen Schluckstörungen – Gründe hierfür können eine unreife Entwicklung oder Nervenschäden durch Frühgeburt sein, wie auch genetische Erkrankungen (Syndrome) oder Verletzungen des Gehirns.
  • Motorische (bzw. mechanische) Schluckstörungen durch Verletzungen oder Fehlbildungen von Mund, Kehlkopf und/oder Rachen.
  • Probleme bei der Atmung (zB. nach längerer Beatmung) oder die Beatmung selbst (Invasive Beatmung, Trachealkanüle)

Komplikationen einer Schluckstörung im Kindesalter

Schluckstörungen können durch vermehrtes „Verkutzen“ oder stilles (unbemerktes) Einatmen von Nahrung oder Flüssigkeiten zu einer, möglicherweise lebensbedrohlichen, Lungenentzündung führen. 

Folgen einer kindlichen Schluckstörung

Baby mit Nasogastralsonde

Probleme des Schluckens hören, im Regelfall, nicht von alleine wieder auf oder „wachsen sich aus“. Die dauerhafte Ernährung über eine Nasen- oder Magensonde kann zu einer psychischen oder körperlichen Abhängigkeit von der Sonde führen. Je früher die Schluckstörung behandelt wird, desto höher sind die Chancen das Schlucken zu erlernen um nicht mehr auf eine Sonde angewiesen zu sein. 



Wie behandelt man eine Schluckstörung im Kindesalter?
Da jedes Kind spezielle Bedürfnisse hat, kann man diese Frage nicht pauschal beantworten. Auch das Alter des Kindes und die Ursache für die Schluckstörung beeinflussen die Herangehensweise maßgeblich. Es gibt jedoch gewisse Eckpfeiler die, je nach Problematik, Teil der Therapie sein können: 

  • Konkrete Stimulation und Aktivierung der beeinträchtigen Nerven 
  • Verbesserung der Atmung oder Atem-Schluck-Koordination
  • Verbesserung der Muskelkraft im Mund oder im Gesicht
  • Reduktion von Überempfindlichkeit oder Unterempfindlichkeit des Gesichtes und des Körpers 
  • Optimieren der Beatmungssituation 
  • Optimieren des Trachealkanülen Managements
  • Trachealkanülen-Weaning (= langsames, schrittweises Entwöhnen) 
  • Fachberatung der Eltern 

Beratung bei kindlichen Schluckstörungen

Logopädinnen arbeiten immer in enger Zusammenarbeit mit den Eltern oder Erziehungsberechtigten des Kindes um die Therapiefortschritte zu optimieren. Zusätzlich haben Eltern natürlich viele Fragen und Sorgen, die man bestmöglich beantwortet oder durch konkrete Information lindert. Es ist mir wichtig, Eltern zu Experten der Problematik ihres Kindes zu machen um, einerseits, den Therapiefortschritt zu maximieren und, andererseits, um die Eltern aktiv in die Entwicklung ihres Kinde mit einzubinden. Als Eltern können Sie viel dazu beitragen die Schluckstörung Ihres Kindes zu verbessern und müssen nicht alles den Therapeutinnen überlassen.

Geht die Schluckstörung ganz weg?

Das hängt stark von der Ursache der Schluckstörung ab. Gerne bespreche ich diese Frage persönlich, wenn ich die Details der Problematik kenne, doch konkrete Prognosen lehne ich, aus professionellen Gründen, ab.

Manche Kinder erholen sich vollständig und andere Kinder brauchen ihr Leben lang Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme. Eine Garantie, dass die Schluckstörung aufhört, gibt es leider, wie mit jedem gesundheitlichen Problem, nicht. Hier ist es aber wichtig zu betonen, dass es durch logopädische Therapie fast immer zu einer Verbesserung kommt. 

Kompensatorische Therapie bei Schluckstörungen im Kindesalter

Bleibt die Schluckstörung, aufgrund der Erkrankung des Kindes, dauerhaft bestehen, kompensiert man bestmöglich durch:

  • Anpassung der Nahrung
  • Optimierung der Essenssituation
  • Anpassung des Umfeldes 
  • Beratung zu Hilfsmitteln wie speziellen Bechern, Fläschchen, …
  • Ideale Vorbereitung auf die Essenssituation
  • Etc.