Eine Aphasie ist eine durch Schlaganfälle oder traumatische Verletzungen des Gehirns hervorgerufene Beeinträchtigung der Sprache, also dem System von Wortschatz und Grammatik.

Dies bedeutet, dass das Sprechen, also die Erzeugung von Sprachklängen durch die Sprechwerkzeuge (Atemmuskulatur, Kehlkopf, Zunge, Lippen, etc.), nicht beeinträchtigt ist.

Daher hat die Therapie das Ziel, die Wort- und Satzformung, oder den Abruf von Wörtern, wiederzuerlernen.

Im Regelfall greife ich bei einer Aphasie auf die evidenzbasierte MODAK-Therapie (MODAK: MODalitätenAKtivierung) von Luise Lutz zurück. Diese Therapieform hilft dem Patienten in mehreren Stufen, die Fähigkeit zur Sprachbildung wieder zu erlernen. Die einzelnen Stufen der Therapie werden dabei auf die individuelle Beeinträchtigung angepasst.

Grundsätzlich lässt sich die Therapie von Aphasien vereinfacht wie folgt darstellen:

  • Zu Beginn steht eine individuelle Befundung um die Art und den Umfang der Beeinträchtigung zu erfassen.
  • Mit Unterstützung von Bildern wird das Erkennen und nonverbale Benennen von Tätigkeiten oder Gegenständen geübt, zum Beispiel Zuordnung des Wortes „Kaffee“ zum entsprechenden Bild. Dadurch, dass dies auch nonverbal (also nicht gesprochen) erfolgen kann, wird dem Patienten der Druck genommen.
  • Je nach Beeinträchtigung könnte in der nächsten Therapiestufe zum Beispiel das Bilden und/oder Erkennen von 2-Wort-Sätzen („trinkt Kaffee“, „hackt Holz“) erfolgen.

Ziel ist es, den Patienten ohne Leistungsdruck bei der Wiedererlernung der Sprachfähigkeit zu unterstützen. Durch die einzelnen Therapiestufen wird diese Aufgabe in kleine und somit leichter bewältigbare Aufgaben unterteilt, wobei jede einzelne Stufe bereits für sich eine sehr große Alltagshilfe für den Patienten darstellt.

Selbstverständlich kann das oben angeführte Therapiebeispiel nur als stark vereinfachtes Schema angesehen werden. Jeder Patient braucht eine individuelle Therapie, die im Zuge der Befundung mit ihm bzw. den Angehörigen detailliert besprochen wird.