Ein Tracheostoma und eine Trachealkanüle bekommen Menschen, die nicht (ausreichend) durch Mund/Nase atmen können oder, die eine stark ausgeprägte Schluckstörung haben. Es handelt sich um ein weiches, kurzes und steriles „Rohr“ (meist aus Silikon), das eine Öffnung in die Luftröhre, über den Hals, schafft und so den Betroffenen mit Luft versorgt. Die Operation zur Setzung einer Trachealkanüle nennt man „Tracheotomie„.

Wann bekommt man eine Trachealkanüle?

  • Die Atmung durch Mund und Nase ist nicht durchgehend gewährleistet. (Beispielsweise aufgrund von einer Blockade im Rachen/Kehlkopf.)
  • Das Schlucken funktioniert nicht. Personen, die ihren eigenen Speichel nicht schlucken können (siehe Dysphagie Erwachsene oder Dysphagie Kinder) werden mit einer Kanüle vor Aspiration (das Einatmen von Speichel oder Nahrung) geschützt.

Tracheostoma und Atmung

Ist der Grund für eine Trachealkanüle die Beatmung (Beatmung mehr als 12 Wochen nach OP, Unfall, Lungenentzündung, Frühgeburt, etc.) kann mit Hilfe von Therapie und Trachealkanülen-Management eine langsame Entwöhnung (= Weaning) von der Beatmung und der Kanüle erfolgen. Im Idealfall erholt sich der Patient vollständig und es kann die Trachealkanüle entfernt werden. Dies hängt stark von der Grunderkrankung ab.

Tracheostoma und Schlucken

Ist der Grund für die Trachealkanüle eine Schluckstörung kann durch gezielte Dysphagietherapie (Erwachsene oder Kinder) und Trachealkanülen-Management das Schlucken schrittweise verbessert werden. Im Idealfall kommt es zu einer vollständigen Entwöhnung von der Kanüle. Wenn die Schluckfähigkeit sicher vorhanden ist, besteht kein Grund mehr für eine Trachealkanüle.

Was bedeutet Trachealkanülen-Management?

  • Finden und Anpassen der idealen Kanüle – eine schlecht sitzende Kanüle kann mehr Schaden anrichten
  • Finden und Anpassen des idealen Ventils für die Kanüle – die Atmung kann langsam wieder physiologisch werden
  • Langsames und gezieltes reduzieren der Beatmung und Förderung der selbstständigen Atmung
  • Funktionelle Schlucktherapie, falls indiziert
  • Ausgiebige Beratung für den Alltag
  • Wiederholte Neuanpassung der Kanüle auf Modelle, die den Patienten selbstständiger atmen lassen bis hin zum Verschließen des Tracheostomas
  • Gute Zusammenarbeit mit den Facharbeitern der zuständigen Kanülen-Firma bzw. Firma des Beatmungsgeräts sowie Ärzten